Lavia Institut für Familientrauerbegleitung

Unser Konzept

1. Trauer durch Todesfall in Familien
2. Ziele von Lavia
3. Grundhaltung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
4. Angebote der Familientrauerbegleitung
  a) Familientrauerbegleitung
  b) Kinder- und Jugendtrauergruppen
  c) Geschwistertrauergruppen
  d) Familienwochenenden
  e) Angebote für Eltern, Angehörige und weitere Trauernde
5. Weiterbildungsangebote
6. Kosten der Angebote
7. Unterstützer

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1. Lavia Institut für Familientrauerbegleitung

Trauer durch einen Todesfall gehört in unser Leben wie die Freude über die Geburt eines Kindes. Einen Todesfall erleben zu müssen, der jedoch nicht in den typischen Ablauf unseres Lebenszyklusses gehört, trifft uns meistens in einem besonderen Ausmaß.

Ein Elternteil oder Geschwisterkind verstirbt. Die überlebenden Bezugspersonen, Eltern oder Geschwister sind oftmals durch eigene Trauer belastet. Zudem trauern auch Familienmitglieder unterschiedlich, so dass sie sich nicht immer als gegenseitige Unterstützung wahrnehmen. Wer spricht nun diese Kinder, diese Jugendlichen, diese Eltern auf die Trauergefühle, -gedanken und -reaktionen an?  Mitschüler, ErzieherInnen, LehrerInnen, FreundInnen, Nachbarn? Manchmal ja, oft aber ziehen auch diese wichtigen Menschen sich vorübergehend zurück.

Wenn Trauer durch einen Todesfall langsam oder wie ein Blitz den familiären Alltag trifft, benötigen Familien häufig vorübergehend eine Unterstützung, die ihnen wieder hilft, langsam in ein neues Gleichgewicht zu kommen. Dies kann man sich anhand eines Familienmobiles vorstellen, das verrutscht und verheddert, wenn eine Person dort heraus fällt. Trauernden Menschen, besonders Kindern und Jugendlichen mit ihren Eltern, fehlen aber immer wieder Ansprechpartner in diesen“ Grenzsituationen“ dafür. Häufig sind nahe stehende Bezugspersonen selber durch die Trauer um den Erkrankten oder Verstorbenen betroffen, haben vielleicht anderweitig Befürchtungen, Familien in einer schweren Zeit durch Besuche, Fragen oder Angebote zusätzlich zu belasten.

Dadurch geschieht es oft, dass sich trauernde Menschen, auch ganze Familien, selbst in ihrem sozial gut strukturierten, finanziellen, beruflichen, familiären Umfeld in der Trauer isoliert fühlen, ihnen der Blick und die Unterstützung von außen fehlen, um durch eigene Hilfe zur Selbsthilfe (Selbstwirksamkeit) zu lernen, mit der Trauer umzugehen.

Mechthild Schroeter-Rupieper, Organisatorin, Leitung und Inhaberin von Lavia Institut für Familientrauerbegleitung setzt mit Familientrauerbegleitung in gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung an. Familien werden in Akutsituationen begleitet, Kindergärten und Schulen mit einbezogen.

Trauer braucht immer Bestätigung, Mitgefühl (kein Mitleid) und Verstehen durch Information, von dem was grade geschieht. Trauer braucht auch Rituale, die helfen, den Verlust zu begreifen, Abschied zu zuzulassen und das neue andere Leben in den Blick zu nehmen.

Für diese bedeutsame Zeit bietet Mechthild Schroeter-Rupieper bereits seit dem Jahr 1992 Seminare zum Thema für unterschiedliche Berufsgruppen an. Aus dieser Arbeit ging 1998 die Gründung ihres Unternehmens für Familientrauerbegleitung hervor, das 2009 den Namen Lavia Institut für Familientrauerbegleitung erhielt. Seit vielen Jahren bietet sie in Gelsenkirchen und für die umliegenden Städte in Notsituationen hilfreiche Begleitung für die gesamte von Trauer betroffene Familie, die Personen im Einzelnen und das soziale Netzwerk wie u.a. Kindergarten und Schulen an.

2. Ziele und Standards von Lavia Familientrauerbegleitung

Unser soziales Netz, das die Menschen im Regelfall absichert, greift häufig in unserer Gesellschaft nicht mehr - jeder Hinterbliebene ist auf sich allein gestellt.
Lavia Institut für Familientrauerbegleitung will damit einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten, der u.a. durch die eigene Familie, Nachbarschaft, von Psychologen, Seelsorgern, Ärzten, Pädagogen, Schulen, Erziehungsberatungsstellen, Jugendämtern und Hospizen nicht nur im Ruhrgebiet empfohlen wird.

  • Trauernde Familien benötigen manchmal Beratung in Trauerzeiten, damit sie die jeweiligen unterschiedlichen Trauerreaktionen verstehen und aushalten können.
  • Kinder und Jugendliche können im geschützten Raum ihren eigenen Trauerweg durch vielfältige Rituale und Unterstützungen finden.
  • Kinder, Jugendliche und deren Eltern sollen unterstützt werden, ihrer Trauer einen Ausdruck zu geben. Sie sollen Hilfen erhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen.
  • Kindern und Jugendliche mit Hilfe tauschen sich mit ähnlich betroffenen Altersgenossen aus und erleben sich nicht als „anders“ oder „falsch“.
  • Stärkung der Selbstwirksamkeit in einem Raum von Information und Vertrauen
  • Von Trauer betroffene Familien werden durch geschulte und professionelle FamilientrauerbegleiterInnen beraten.
  • Eltern, weitere Erziehungsberechtigte und Bezugspersonen werden in ihren Fragen und geäußerten Unsicherheiten beraten.
  • Eltern, Bezugspersonen erhalten notwendige und ergänzende Netzwerkadressen
  • Trauerbegleitung wird bei den MitarbeiterInnen von Lavia hauptsächlich nach den Grundlagen von J.W. Worden praktiziert.
  • Es werden Schulungen, qualifizierte Ausbildungen und Vorträge für soziale Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe angeboten

Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter bringen ihre pädagogischen, seelsorgerlichen oder pflegerischen Grundberufe mit in die Arbeit. Zusätzlich haben sie an einer qualifizierten Familientrauerbegleiterausbildung über einen Zeitraum von mind. 80 Stunden teilgenommen. Leitungen von Kindergruppen müssen über eine Familientrauerbegleiterausbildung von mind. 200 Stunden verfügen. Zusätzlich erhalten FamilientrauerbegleiterInnen bei Lavia regelmäßige Supervisionen, kollegiale Beratung und weitere Fortbildungsangebote als verpflichtende Angebote. Damit möchten wir den Familien eine qualifizierte Unterstützung in Trauerzeiten anbieten.

Unterschiedliche Nationalitäten, ethnische- und soziale Zugehörigkeiten werden selbstverständlich in der Trauerbegleitung berücksichtigt.

Lavia Institut für Familientrauerbegleitung, arbeitet im bundesweiten Netzwerk für die Erstellung von Standards in der qualifizierten Kinder-, Jugend- und Familientrauerbegleitung mit.

Lavia Institut für Familientrauerbegleitung bildet unterschiedliche Institutionen der Wohlfahrtspflege (z.B. Malteser) bundesweit in Deutschland, in Österreich und dem deutschsprachigen Raum in Belgien nach den bestehenden Richtlinien des Bundesarbeitskreises Kindertrauerbegleitung aus.

3. Die Grundhaltung aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Institut für Familientrauerbegleitung ist:

Trauer ist eine normale, psychohygienisch gesunde Reaktion auf den Verlust bedeutsamer Menschen, Gegenstände und Situationen.

Trauer ist keine Krankheit, kann aber krank machen oder Störungen hervorrufen, wenn sie nicht zugelassen, verarbeitet und  in das eigene Leben integriert wird.

Trauernde dürfen nicht bewertet werden. Menschen trauern und leben unterschiedlich intensiv, unterschiedlich emotional und unterschiedlich lang. Wer Unterstützung in der Trauer anfragt, muss in der ihr/ihm eigenen Persönlichkeit wahrgenommen werden.

Trauer ist in der Regel nicht therapiebedürftig. Manchmal benötigen betroffene Menschen aber kurzfristig Hilfe zur Selbsthilfe. Hier geht man von 1/3 der trauernden aus.

Die FamilientrauerbegleiterInnen sind sich ihrer Verantwortung gegenüber dem um Rat fragenden Menschen bewusst und ziehen bei auftretenden Fragen unterstützende Hilfe für sich selbst zu Rate.

4. Angebote von Lavia Institut für Familientrauerbegleitung

Lavia Institut für Familientrauerbegleitung wendet sich an von Trauer durch lebensbegrenzende Krankheit und Tod  betroffene Familien und deren Angehörige, die daran interessiert sind, als ganze Familie Trauerbegleitung im Sinne unterstützender Hilfe für das neu entstehende Familiensystem wahrzunehmen. 

Kinder, Jugendliche und deren Eltern wird die Möglichkeit altersspezifischer Trauergruppen geboten. Das Trauergruppenangebot richtet sich an Jungen und Mädchen im Alter von 5-8 Jahren, von 8-10 Jahren, von 11-12 Jahren, von 13-15 und 16-23 Jahren. Begleitend hierzu findet im 2 monatigen Abstand ein thematischer Elternabend statt.

Zusätzlich gibt es ein spezielles Angebot für Geschwisterkinder im Kindergarten und Grundschulalter, von denen Bruder oder Schwester verstorben sind. Begleitend zu dieser Gruppe sind Eltern zu den gleichen Themen eingeladen, miteinander unter Begleitung einer Trauerbegleiterin in den Austausch zu kommen.

1-2 x jährlich findet ein thematisches Familienwochenende für verwitwete Familien oder Familien statt, in denen ein Kind verstorben ist.

Die Gruppen finden einmal monatlich für 2 Stunden über den Zeitraum statt, den die Kinder für ihre jeweilige Trauer selbst benennen. Da durch die altersmäßige Entwicklung Kinder immer wieder neue Dimensionen ihres Verlustes erleben und begreifen, ihre Eltern oftmals erst später erst  die eigenen Trauerreaktionen wahrnehmen und bearbeiten möchten, darf die Teilnahme der Kinder und Jugendlichen an den Gruppen auch über 3 Jahre hinaus gehen.

Die Trauergruppen orientieren sich immer an einem Thema in der Trauer. Genau dies macht eine Trauergruppe aus und unterscheidet von Sport- oder Kreativgruppen. Inhalte müssen nicht immer direkt am verstorbenen Menschen orientiert sein, Gesprächs- und Gestaltungsthemen können auch die eigene Resilienz, Stärke, Hoffnung, aktuelle Familiensituation, Trauerreaktionen etc. sein.

Die Gruppen werden durch 2 ausgebildete Familientrauerbegleiterinnen und eine weitere Betreuungsperson geleitet.

Das Trauergruppenangebot wird zurzeit von 75 Kindern und Jugendlichen im Alter von 5-23 Jahren aus Gelsenkirchen, Bochum, Herne, Essen, Duisburg, Dortmund, Witten, Herten, Gladbeck, Bottrop, Oberhausen, Mülheim a.d. Ruhr und Recklinghausen genutzt, die zur Zeit unsere Kinder und Jugendtrauergruppen einmal monatlich besuchen. (Stand Dezember 2011)

Angebote für Eltern, Angehörige und weitere Trauernde:

Frauen-Trauergruppe für Frauen, die von Fehl- oder Totgeburt oder auch vom plötzlichen Kindstod im ersten Lebensjahr betroffen sind.

Der Männerstammtisch ist ein Angebot mit Gesprächsleitung für trauernde Männer jeden Alters.

FrauenSache ist ein Angebot mit Gesprächsleitung für Frauen jeden Alters.

Musik in der Trauer: Liederabende zum Mitsingen und Zuhören.

Geschlossene Gesprächgruppe für Verwitwete Männer und Frauen mit Kindern bis zum 20. Lebensjahr.

Trauergespräche am Abendbrottisch: Ein Angebot für trauernde Menschen in locker geleiteter Runde.

„Ma(h)l einfach kochen.“ Gesunde, schnelle und preisgünstige Rezepte für Verwitwete.

Gesprächsgruppen für Großeltern, deren Kind oder Schwiegerkind verstorben ist und deren Enkel eine der Gruppen bei Lavia Institut für Familientrauerbegleitung besuchen.

Gesprächsgruppen für Patchworkfamilien nach dem Verlust des Ehepartners nach einem Todesfall.

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10. Jeden Sonntagabend vor Weihnachten findet der jährliche Gottesdienst „Weihnachten ohne Dich – ein Gottesdienst für Menschen, die um einen Verlust trauern“ in der St. Thomas Morus Kirche unter der Leitung von Pater Guido Hügen OSB, Benediktinerabtei Königsmünster Meschede, Lavia Familientrauerbegleitung und dem Förderverein Trauerbegleitung statt. Auch Familien mit Kindern und Jugendlichen sind ausdrücklich hierzu eingeladen.

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5. Weiterbildungsangebote und Seminare

 

Weitere Seminare und Vorträge für soziale Institutionen und fachspezifische Einrichtungen wie z.B.

  • der Behindertenhilfe
  • pädagogische und psychologische Beratungsstellen
  • Jugendämter
  • Kirchengemeinden
  • überregionale Einrichtungen und Verbände der Kinder- und Jugendhospizarbeit
  • Krankenhäuser, insbes. Palliativstationen
  • Senioreneinrichtungen
  • Hospize
  • Unternehmen
  • Bestattungshäuser
  • Träger der kirchlichen oder freien Jugendarbeit

Seit 2010 bildet Mechthild Schroeter-Rupieper über Lavia Haupt- und Ehrenamtliche MitarbeiterInnen bundesweit für die Kinder- und Jugendhospizarbeit der Malteser aus.

Kooperationspartner

Jugendamt der Stadt Berlin/Brandenburg
Religionspädagogische Hochschule Vorarlberg
Malteser Deutschland
Kardinal Könighaus, Wien
Caritas Niederösterreich
Caritasverband der Bistümer Essen, Paderborn und Köln
KAB Bistum Essen
Rainbows Österreich

6. Kosten

Trauerbegleitung wird von Krankenkassen nicht refinanziert. Das bedeutet, dass Familien und Einzelpersonen die Kosten der Einzelbegleitung von 60€ pro Stunde selber begleichen müssen. Dies ist vielen Familien und Einzelpersonen nicht oder nicht komplett möglich. Dennoch erhalten sie bei Anfrage und dadurch ersichtlicher Notwendigkeit durch ehrenamtlichen Einsatz Unterstützung.

Die Kindertrauergruppen werden durch ehrenamtliche Arbeit und den Förderverein Trauerbegleitung e.V. finanziert.

7. Mit Ihrer Hilfe können wir helfen

Das Beratungsgespräch und das Angebot der Ersthilfe über eine der Familie und Situation angemessene Ersthilfe ist für die Betroffenen kostenlos!
Kostenlose Ersthilfe für Familien bedeutet aber nicht kostenfrei für die helfende Institution.

Damit Hilfe unbürokratisch und schnell möglich ist, wird dies durch teilweisen ehrenamtlichen Einsatz der MitarbeiterInnen und die Unterstützung durch den Förderverein Trauerbegleitung e.V. ermöglicht.

Dieses System kann jedoch nur funktionieren, wenn jeder Hilfesuchende nach der eigenen Akutphase einen finanziellen Beitrag zur Refinanzierung leistet oder den Förderverein Familientrauerbegleitung e.V. seinen persönlichen Möglichkeiten entsprechend unterstützt. Denn nur dann können weitere Betroffene von den Hilfsangeboten profitieren.

Möchten Sie auch etwas tun? Helfen Sie Helfen!

Mit Ihrer Hilfe können wir gezielt und nachweisbar direkt in von Trauer betroffenen Familien helfen.

Für weitere Auskünfte steht die Vorsitzende des Fördervereins Trauerbegleitung e.V., Ursula Wichmann, zur Verfügung.
Telefon 02 09 - 4 02 80 16
E-Mail: Ulla.Wichmann@web.de
 www.foerderverein-trauerbegleitung-ev.de

7. Unsere Unterstützer

Für Kindertrauergruppen und Familienbegleitung:

Förderverein Trauerbegleitung e.V.

Für Kindertrauergruppen

Rewe Feiertag, Gelsenkirchen Ückendorf
Manuel Neuer Kids Foundation
Supporters Club Schalke e.V.
THS Gelsenkirchen Horst
Sparkasse Gelsenkirchen

Herzlichen Dank dafür!
Ihr Lavia Institut für Familien-Trauerbegleitung