Der Tod gehört zu Leben dazu - das klingt banal und wird doch häufig verdrängt. Mechthild Schroeter-Rupieper möchte mit ihrem "Hausbuch" Eltern ermutigen, das Thema Tod nicht unter den Teppich zu kehren. Sie macht ihnen Mut, in der Familie über den Tod zu sprechen, auch mit den Kindern - im Alltag, und nicht erst, wenn der Ernstfall eintritt. Anlässe dafür gibt es genug: Ein toter Vogel, eine Todesanzeige, ein Friedhof, der am Weg liegt ...
Im Laufe der Lektüre werden zwei Grundelemente deutlich, die ebenso Voraussetzung für ein gelingendes Familienleben sind wie für einen gelingenden Trauerprozess: eine gute Gesprächskultur in der Familie und Vertrauen in die Kraft der Kinder, mit den Zumutungen des Lebens fertig zu werden. Kinder können Leiden, Sterben und Tod besser verarbeiten, wenn sie von Anfang an informiert und in das Geschehen einbezogen werden. Wie das gehen kann, zeigt Schroeter-Rupieper an zahlreichen Beispielen für unterschiedliche Altersgruppen, vom Kleinkind bis zum Jugendlichen.
Sie beschreibt, welche Vorstellungen Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen vom Tod haben, wie sie auf den Tod eines Familienmitglieds oder auch eines geliebten Haustieres reagieren und welche Mittel und Wege es gibt, mit Trauer leben zu lernen. Zahlreiche Beispiele aus ihrer Arbeit als Trauerbegleiterin lassen ihre Ausführungen anschaulich werden. Und gerade die Zitate aus Kindermund machen deutlich, wie wichtig es ist, Kindern Trauer zu ermöglichen. Ein Anhang mit Literaturtipps für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Adressen, die im Trauerfall weiterhelfen können, rundet das Buch ab.
Auf den Tod eines nahen Angehörigen kann man sich nicht vorbereiten, doch kann das Buch einiges dazu beitragen, dass eine Familie einen Todesfall besser verarbeiten kann. Ein Mutmachbuch, das hilft, den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren. Christoph Holzapfel
Der Familientrauerkalender
Wer Mechtild Schroeter ? Rupieper -wie ich aus Fortbildungen- kennt, der wundert sich über diese Art von immerwährendem Kalender für trauernde Familien nicht. Die erfahrene Autorin und Expertin für Trauer bei Kindern und Jugendlichen will gerade den Familien helfen, in denen der Tod plötzlich alles zum Zusammenbrechen gebracht hat. Ihr Ziel ist es, sich innerhalb der Trauer gemeinsam auf den Weg zu machen. Dabei gibt der Kalender viele Anregungen.
Dabei schöpft sie aus der eigenen Kreativität Person, die in ihrer Arbeit im eigenen Institut Lavia ?(www.Familientrauerbegleitung.de), in dem sie Kinder- und Jugendgruppen hat, aber auch aus den vielen Fortbildungen für Trauerbegleiter/innen, Lehrer und Seelsorger. Der Einstieg in diesen Kalender ist jederzeit möglich. Damit wird das erste Trauerjahr mit Hilfe des Kalenders zum Zyklus, in der Familie gemeinsam die Trauer zu gestalten. Aber auch der oder die Einzelne kann hier eine ganz persönliche Ausdrucksform finden, um so wieder ins Leben, auch wenn es anders ist- zu kommen.
Mechtild Schroeter ? Rupieper stellt nur Gestaltungsideen und Rituale, passend zu jeder Jahreszeit und zu jedem Monat, zur Verfügung, was sie selbst in ihrer Arbeit erprobt hat. Die Anregungen und Beispiele zeigen deutlich, dass es möglich ist, trotz der Trauer im Leben wieder zurecht zu kommen..
Ein vielleicht ungewöhnliches, aber gut geeignetes Weihnachtsgeschenk, aber nicht nur dann, sondern zu jedem Monat, jedem Gedenktag (gerade im ersten Trauerjahr) oder zu Geburtstagen innerhalb der Familie.
Werner Gutheil, Diözesanseelsorger für Trauernde im Bistum Fulda