Trauerbegleitung in Maria Veen

Familienwochenende in Maria Veen

Das Familienwochenende in Maria Veen stand ganz im Zeichen des Zirkus.

?Was für ein Zirkus? ? so war das Familienwochenende überschrieben, zu dem wir vom 8. bis zum 10. Juli 2011 in das Jugendhaus des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare in Maria Veen (bei Borken) eingeladen haben. Es war unser zweites Familienwochenende in diesem modernen Haus. Wir konnten auch den Sportplatz, die Sporthalle und allen anderen Einrichtungen nur für uns nutzen.

Elf Eltern und 25 Kinder (davon drei Vollwaisen, deren Eltern je kurz hintereinander verstarben) machten von dem Angebot Gebrauch. Es wurde vom Förderverein Trauerbegleitung bezuschusst, so dass die Kosten für die Referenten, für Unterbringung und Vollverpflegung durchaus erschwinglich blieben. Gleich an dieser Stelle schon ein herzlicher Dank an Superior Pater Michael Maß und sein Team für die umsorgende Beherbergung.

Spiel und Spaß standen an den drei Tagen ebenso im Vordergrund wie das Miteinander der großen und kleinen Teilnehmer, der Austausch und das Kräftesammeln für den ?Zirkus? daheim.

Nach dem Kennenlernen am Freitag taten sich immer zwei Familien zusammen um zu überlegen, welche gemeinsame Vorlieben es gibt aber auch welche Abneigungen. Michael Husemann (Pädagoge, Zauberer und Artist) unterhielt die muntere Gruppe und der Dipl.-Pädagoge Meinrad Rupieper sorgte für die erste ?handgemachte? Musik.

Am Samstag folgte nach dem Morgeneinstieg, einem gemeinsamen Lied und einem Spiel die ?Nasenmodellation? von Silke Eumann (Leiterin der Essener ?Klinikclowns? und Schauspielerin im Ensemble ?Emscherblut?. Mit Knete wurden gegenseitig Abbilder der ?Riechkolben? gemacht. Während der spaßigen Aktion mit ernstem Hintergrund waren die kleinsten der Kleinen bei Marius Rupieper gut aufgehoben.

In den anschließenden Gruppengesprächen mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ging es dann um die Frage ?Welcher Clown steckt in mir?? Vordergründung sprach man über die Nasenformen. Stets im Hintergrund aber stand die Frage, wie man mit seinen eigenen Gefühlen umgeht. Was trage ich nach draußen, was habe ich alles in mir? Auch noch an Überraschungen? Gedanken und Äußerungen dazu in Form von Zeichnungen, Texten und Anderem wurden Bestandteile von Collagen oder Einzelblättern.

Nach dem Mittagessen und der Mittagsruhe begannen dann die Zirkusworkshops. Und da war naturgemäß jede Menge los! Mit Feuereifer wurde für die abendliche Zirkusvorstellung geprobt. Seiltanzen, Zaubern, Jonglieren, Bändertanz und ? ganz beeindruckend ? Diabolo. Sogar ein eigenes Zirkusorchester gab es ? ausgestattet mit klingenden Kozoos. Die Stunden vergingen wie im Fluge und vor dem gemeinsamen Grillen stand noch ein weiteres Event auf dem Programm: In großer Runde bemalte man Kerzen mit Motiven vom Wochenende. Die sollten später auf den Gräbern der Verstorbenen leuchtend von dem Zirkus-Wochenende berichten. Eine Idee, die gut aufgenommen und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch besser umgesetzt wurde.

Dem Grillen folgte dann die ?Maria-Veener Zirkusgala? im Innenhof des Hauses. Viel Beifall gab es für die Artisten, Zauberer und Musiker. Während die einzelnen Darbietungen liefen loderte bereits das Lagerfeuer. Es wurde ein schöner und sehr langer Abend in einer netten Gemeinschaft. Und auch als Getränke ausgingen, standen wir nicht auf verlorenem Posten. Pater Michael sorgte aus dem Haupthaus am späten Abend noch für Nachschub, blieb bei uns und freute sich wie alle anderen auch über die gemütliche Runde.

Die Kirchgänger am Sonntagmorgen wunderten sich wohl darüber, dass sie auf ihrem Weg in die benachbarte Pfarrkirche Menschen erlebte, von denen sich der eine von dem anderen mit geschlossenen Augen führen ließ. Viele kennen das tiefgründige Spiel, mit dem nach dem Frühstück das Sonntagsprogramm begann: ?Fotoapparat? heißt es. Der eine führt einen anderen an für ihn wichtige und/oder schöne Stellen, tippt ihm auf die Schulter, der andere öffnet seine Augen und nimmt das Gesehene wie ein Fotoapparat auf. Danach wird dann der Fotograf zur Kamera. Erstaunlich, welche bleibenden Erinnerungen und schöne Reaktionen an das Gesehene bei dem anschließenden Gespräch in der Gruppe zu Tage traten.

Sehe ich Anderen deren Gefühle an? Sieht man mir selbst meine Gefühle an? Wie sehe ich aus, wenn ich traurig bin? Spüre ich eine veränderte Körperhaltung? Um diese und viele andere Fragen ging es bei der Spiegelübung des ?Impro-Theaters?. Zwei Menschen stehen sich gegenüber. Der eine ist der Spiegel des anderen und macht dessen Bewegungen und Mimik nach. Auch das war eine sehr interessante Erfahrung.

Das Familienwochenende ging mit dem gemeinsamen Mittagessen zu Ende. Vorher aber gab es noch die Abschlussrunde bei der es darum ging, anhand von Symbolen zu verdeutlichen, was man von dem insgesamt vierten Familienwochenende für sich mit nach Hause nimmt.

Gedankt sei zum Abschluss auch den Referenten, der Trauerbegleiterin Birgit Aulich, Michael Husemann, der Lehrerin und Trauerbegleiterin Dr. Johanna Schupp, Silke Eumann, Gina Krause sowie Meinrad und Marius Rupieper.


Kinder und Erwachsene hatten ihren Spaß mit dem Diabolo-Training für die Zirkus-Vorstellung.
Kinder und Erwachsene hatten ihren Spaß mit dem Diabolo-Training für die Zirkus-Vorstellung.
Mit Spaß dabei war auch Superior Pater Michael Maß (rechts).
Mit Spaß dabei war auch Superior Pater Michael Maß (rechts).
Therapiehund „Nero“ gehörte natürlich auch bei der Aktion „Fotoapparat“ mit dazu.
Therapiehund ?Nero? gehörte natürlich auch bei der Aktion ?Fotoapparat? mit dazu.
…schnell mal ein Spielchen auf dem Fußballplatz gleich nebenan.
?schnell mal ein Spielchen auf dem Fußballplatz gleich nebenan.
Gute Fragen, gute Antworten beim gemeinsamen Austausch im doppelten Stuhlkreis.
Gute Fragen, gute Antworten beim gemeinsamen Austausch im doppelten Stuhlkreis.
In der Sporthalle wurde für die Jonglage-Nummern in der Manege geübt.
In der Sporthalle wurde für die Jonglage-Nummern in der Manege geübt.
Mit Eindrücken aus dem Wochenende wurden Kerzen für die Gräber bemalt.
Mit Eindrücken aus dem Wochenende wurden Kerzen für die Gräber bemalt.
Probe des Zirkusorchesters mit seinen Kozoos.
Probe des Zirkusorchesters mit seinen Kozoos.
Michael Husemann zeigte, wie man mit Seiltricks beeindrucken kann.
Michael Husemann zeigte, wie man mit Seiltricks beeindrucken kann.
Nach der Vorführung durch Michael wurde eifrig trainiert.
Nach der Vorführung durch Michael wurde eifrig trainiert.
Lasst sie fliegen, die bunten Tücher mit unseren Gedanken, Wünschen und Erinnerungen.
Lasst sie fliegen, die bunten Tücher mit unseren Gedanken, Wünschen und Erinnerungen.